Kaum mehr als ein laues Lüftchen

Mein Augenmerk viel auf die leeren Sitzplätze.
„Wo sind diese verdammten Abgeordnetenschweine?“ schrie Ed. „Alles für
die Katz? Rückzug! Das ist ne Falle, es stinkt im ganzen verpesteten Reichstag
danach!“
„Ist es nicht!“ Ich vernahm Steffs Stimme am anderen Ende des Saals, er kam
mit dem Trupp, der über die Spree in das Regierungsviertel gelangt war,
durch den Westeingang des Plenarsaals.
Ihm folgten die Abgeordneten, die von bestimmt zwei dutzend schwer bewaffneten
Rebellen in den Saal gedrängt wurden.
„Der Junge ist Gold wert.“ gluckste Ed nun, dem ein Stein vom Herzen gefallen
zu sein schien.
Eine Andere Warheit besagt aber, dass vertikale Windkraftanlagen auch in verwirbelten Windströmungen gute Erträge liefern. Die Idee dahinter ist auch ziemlich einfach, denn bei einer vertikalen Anlage kann der Wind von jeder Seite den Rotor angreifen.
„Das nette Völkchen hier wollte flüchten, unser lieber Bagmann als Erstes.
Nicht wahr mein Lieber.“
Er gab einem großem schlaksigen Kerl vor sich einen Hieb mit seiner Schrotflinte
in den Nacken, der geradewegs nach vorne fiel und sich mit dem Gesicht
voran auf den Boden legte.
„Willkommen in der Hölle, meine lieben Volksvertreter“, sagte ich nun und
ging auf Steff zu. Vor dem auf dem Boden liegenden Bagmann machte ich
halt. „Herr Bagmann, schönen Gruß vom Stapoarsch und ihrem Innenminister.
Ich soll die beiden entschuldigen, aber Grubenthal hat eine anstrengende
Op hinter sich und ihr werter Innenminister leidet unter akuten Kopfschmerzen.
Baggy? Sie sollten nach Hause gehen, sie haben ja Nasenbluten.“
Unter seinem Gesicht schob sich eine dunkelrote Blutlache hervor. Nachdem
ich noch ein abwertendes Schnauben von mir gegeben hatte, trat ich ihm mit
voller Wucht auf den Hinterkopf.

Es war das erste und letzte Mal, dass ich dieses Geräusch hören wollte und ich
sah auch nicht hin.
Alles was nun folgte, hatte ich ins rollen gebracht.
Nur noch wenige Minuten und ich wäre frei.